

2009 Verstorben
Auf dem Flur 30
35282 Rauschenberg
Tel.: 06425/818368


| 1972 - 2000 | Universitätsmuseum Marburg | A.B. |
| 1974 | Galerie Pfeiffer, Biedenkopf | A.B. |
| 1980 - 1982 | Kunstmarkt Marburg | A.B. |
| 1980 | Haus Seel, Siegen | A.B. |
| 1981 | Galerie Oehlers, Herbon | E.A |
| Galerie Oehlers, Burbach | A.B. | |
| Salon Franco Allemand, Portiers | A.B. | |
| 1988 | Heimatmuseum, Springe | A.B. |
| 1990 | Galerie Goldbach, Stadtallendorf | E.A. |
| 1991 | Historisches Rathaus, Neustadt | E.A. |
| 1996 | Lokschuppen, Frankenberg | E.A. |
| 1997 | Arbeitsgericht, Marburg | E.A. |
| 1999 | Kunstverein Marburg | A.B. |
| Atelierfest/Ausstellung, Radenhausen | A.B. | |
| 2000 | Atelierfest/Ausstellung, Radenhausen | A.B. |
| Käthe-Kollwitz-Schule, Marburg | A.B. | |
| 2001 | Buchmesse Frankfurt | A.B. |
| Museum Korbach | A.B. | |
| 2002 | Kunst Profile Marburg | A.B. |
Analog fernöstlicher Denkweisen ist der Weg dabei auch das Ziel: Manfred Drechsel experimentiert – seine Werkreihen sind auch Versuchsreihen: Radierung, Aquatinta werden zu Marmorierbädern, zu „Krümeltinta“, zu namenlosen Verfahren mit unvorhersehbarem Ausgang.
Inspiriert von Gedanken des Zen-Buddhismus widmet er sich dem Urprozess des Schöpfens, beginnt mit dem Schöpfen eigenen Papiers, erschafft zunächst den Stoff, auf dem sich Gefundenes und Wiedererfundenes abzeichnen. Eine innere Schau von gedachten, möglichen Realitäten bis hin zur scheinbaren Verflüchtigung der Materie in seinen Prägedrucken. Verschlüsselte Botschaften bis an die Grenze der Wahrnehmbarkeit, die ihre Spannung beziehen aus dem Verhältnis von in der Presse ausgeübtem maximalem Druck und dem minimalen Reiz, der den Betrachter erreicht. Ähnlich verhält sich das Aufeinandertreffen von mutwillig aus der Druckplatte geschnittener freier Form und den zufällig vorgefundenen Gegebenheiten der Oberflächen von Papier und Platte oder dem spielerischen, zugelassenen Fluß der Tusche.
Was alle Bilder Manfred Drechsels ausstrahlen, die Aura der Kontemplation, der Blick auf Unscheinbares, der in der präzisen Schau das Wunderbare, Unerwartete entfaltet, wandelt sich in ein östliches Gefühl – wie ein japanisches Haiku konzentrieren seine Drucke das Bewusstsein auf die Präsenz dessen, was „sich ergibt“: voller Ergebenheit und Hingabe an den Moment, an die augenblickliche Kulmination einer längeren Geschichte. Übrig bleibt der Abdruck, die früheste Kunst des Menschen, hier die Begegnung von Papier und Objekt im Druck der Maschine, unter Walze und Rad. So wie der Künstler die Strukturen der gewachsenen Natur in sich aufgenommen hat, so lassen sich in der umgekehrten Schau das Holz, der Stein, die Haut, der Rost, das Licht wieder entschlüsseln. Die Bilder wünschen sich den Betrachter, der das zu sehen vermag, was nur ihm bestimmt ist, ein intimes Erlebnis, wie die Träumereien über Dendriten im Stein oder beim Blick in den Sternenhimmel.
Delia Henss





