


Die Biennale in Kobe/Japan findet 2009 zum zweiten Mal statt. Kobe, als bedeutende Handels- und Hafenstadt, wählte für seine Biennale der zeitgenössischen Kunst dieses Jahr das Thema: „wa“, was mit vielen Einschränkungen als „Harmonie“ übersetzt werden könnte. Weltweit waren Künstler in einem Wettbewerb aufgerufen, einen Beitrag für den Innenraum eines 40-foot Containers (12 x 2.5 x 2,5 Meter) vorzuschlagen.
Aus über 400 Einreichungen wurden 30 Arbeiten ausgewählt und die Künstler gebeten, ihre Vorschläge vor Ort zu realisieren. Die Resultate sind vom 3..Oktober bis zum 23. November auf dem zentralen Biennalegelände in Kobe, Meriken-Parc zu sehen.

Am Sonntag, dem 14. März erinnert die Künstlergemeinschaft Werkstatt Radenhausen in einer kleinen Ausstellung an ihren kürzlich verstorbenen Kollegen Manfred Drechsel.
Seit 1998 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Werkstatt Radenhausen – aber intensiv künstlerisch gearbeitet hat Manfred Drechsel schon viel länger. Bereits in den 60er Jahren gab es erste Ausstellungen, zunächst vor allem mit realistischer und surrealer Malerei. Daneben war Manfred Drechsel ein großer Verehrer und Könner der „Schwarzen Kunst“. Zunächst den klassischen Tiefdrucktechniken zugetan entwickelte er im Laufe der Jahre immer mehr eigenständige und eigenwillige Techniken und Methoden, um seinen Druckplatten ein für ihn zufriedenstellendes Ergebnis abzufordern. Zahllose Versuchsreihen mit unterschiedlichsten Materialien, das Gewährenlassen des Zufalls, die Wertschätzung des Unscheinbaren, des vermeintlich Nebensächlichen – all das kennzeichnet die Entwicklung des umfangreichen künstlerischen Werkes unseres Kollegen. Aber bei aller Wertschätzung dieser neuen Wege, bei all dem Ausprobieren und Neubedenken hatte er immer ein festes und wohlbedachtes Wertegerüst im Hinterkopf. Beliebigkeit war nicht seine Sache und so führten z.B. schon leichte Abweichungen des Farbtones beim Katalogdruck einer seiner Arbeiten zum strengen Verweis an den Layouter: „Das ist nicht mein Rot“.
Neben dieser Entwicklung weg von der tradierten Form des klassischen Tiefdrucks zu Druckexperiment und Druckforschung kennzeichnete eine zunehmend Hinwendung zum fernöstlichen Gedankengut des Zen die Arbeit unseres Kollegen. Manfred Drechsel fühlte sich von der Einfachheit, der Kontemplation, der Offenheit, der Stille und Tiefe dieses Denkens inspiriert, sah er darin doch auch eine Alternative zur empfundenen Enge unserer eigenen westlichen rationalen Weltsicht. Zuletzt verfolgte er kaligraphische Spuren, ohne jedoch die originalen japanischen Schrift- und Bildzeichen zu kopieren, suchte er eher ihrer Form nachzuforschen, geradezu ihrem Klang nachhörend.
Die ersehnte Reise nach Japan ist unserem Kollegen leider versagt geblieben – mit dem Herzen und der Seele ist er sicher viele Male dort gewesen. Als Abschiedsgruß an unseren Kollegen Manfred das nachstehende Haiku: Sowie das purpurne Ahornblatt
den Zweig loslässt,
wird es zu einem Schmetterling. (Toyotama Tsuno)
Sicher hätte es ihm gut gefallen – vorausgesetzt natürlich das Rot stimmt:
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Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, dem 14. März 2010, 11 Uhr in der Galerie der Werkstatt Radenhausen (im Rittergut Radenhausen, zwischen Kirchhain und Amöneburg gelegen). Ausstellungsdauer: 14.03. – 26.03.2010, Öffnungszeiten: täglich 14 -17 Uhr werkstatt-radenhausen.de |

Die Arbeit „ShadowWings“ von Hans Schohl wurde von der Jury ausgewählt. Die Arbeit besteht aus sieben Zelten, in deren Innerem sich sieben kleine kinetische Objekte verbergen, deren sich langsam und lautlos bewegenden Schatten an die Außenhülle projiziert werden.
http://www.kobe-biennale.jp/_abroad/competitions/art_in_a_container_e.php

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